Gesundheitswochen

Tabuthema Inkontinenz: Warum es wichtig ist, darĂŒber zu reden – und wie das Klinikum Mutterhaus hilft, die Beschwerden zu mildern

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14.12.2018

Die gute Nachricht vorweg: Beckenboden- und Blasenfunktionsstörungen können geheilt werden. Es sind nicht einmal seltene Erkrankungen, allein an Harninkontinenz leiden in Deutschland mehr als fĂŒnf Millionen Menschen. Aber den meisten Betroffenen ist das Thema trotzdem unangenehm, sie möchten nicht darĂŒber sprechen.

„Wir helfen gerne dabei, die Sprachlosigkeit zu ĂŒberwinden – und so die LebensqualitĂ€t wiederherzustellen“, sagt Dr. med. Anne-Marie Weber vom Klinikum Mutterhaus der BorromĂ€erinnen Ehrang. Das Klinikum hat die Bedeutung des Themas schon vor Jahren erkannt und gehandelt. Heute können sich vor allem Frauen vertrauensvoll an die FachĂ€rztinnen und FachĂ€rzte wenden.

Ein besonderes Angebot ist die Spezialsprechstunde zum Thema „Blasenfunktionsstörungen“. Sie findet zwei Mal in der Woche statt und wird von Anne-Marie Weber und einer Kollegin geleitet: „Die Patientinnen sollen spĂŒren, dass sie sich uns anvertrauen können. Das braucht manchmal etwas Zeit, aber die nehmen wir uns gerne.“

Die beiden Ärztinnen erfragen zunĂ€chst die allgemeinmedizinische und gynĂ€kologische Vorgeschichte der Patientinnen sowie ihre genauen Inkontinenzbeschwerden. Dank jahrelanger Erfahrung wissen sie, wie sensibel das Thema ist – dementsprechend rĂŒcksichtsvoll gehen sie auf ihre Patientinnen ein. Bei Bedarf untersuchen sie dann den Urin, machen ein Ultraschallbild. Sie kĂŒmmern sich aber auch um eine Blasenspiegelung oder eine Druckmessung.

Klinikum Mutterhaus: Individuelle Lösungen fĂŒr individuelle Probleme

Was viele nicht wissen: Die Ursachen fĂŒr Inkontinenz sind vielfĂ€ltig. Bei manchen Frauen haben sich die Organe im Beckenboden gesenkt, etwa nach einer Schwangerschaft. Andere Frauen leiden an einer Funktionsstörung der Blase. Wieder andere Frauen leiden an neurologischen Erkrankungen, ihre BlasenschwĂ€che ist nur eine begleitende Erscheinung.

Im Anschluss an die ganzheitliche Anamnese kĂŒmmern Dr. Weber und ihre Kollegin sich darum, dass jede Patientin eine individuelle Lösung fĂŒr ihre individuellen Beschwerden erhĂ€lt. Das kann eine konservative Therapie sein, etwa Beckenbodentraining oder Physiotherapie. Das können Medikamente sein. Das kann aber auch ein operativer Eingriff sein.

Um diese individuelle Lösung zu finden, arbeiten Weber und ihr Team eng und interdisziplinĂ€r mit den Fachabteilungen des Krankenhauses der Barmherzigen BrĂŒder Trier zusammen. Mit Neurologen, mit Urologen. Schon seit mehreren Jahren bilden das Klinikum Mutterhaus und das BrĂŒderkrankenhaus gemeinsam das „Moselzentrum fĂŒr Kontinenz“, welches in diesem Jahr bereits zum dritten Mal zertifiziert wurde. „Dank unserer Expertisen sind wir die optimalen Ansprechpartner“, sagt die erfahrene Medizinerin.

„Wir sorgen gemeinsam dafĂŒr, die LebensqualitĂ€t wiederherzustellen“

Als leitende Ärztin weiß Anne-Marie Weber nicht nur, wie BlasenschwĂ€che behandelt werden kann – sie hat auch ein paar Tipps zur Vorbeugung. GrundsĂ€tzlich gilt: Jeden Tag anderthalb bis zwei Liter trinken. Das ist nicht nur wichtig fĂŒr die Blase, sondern auch fĂŒr die Nieren und das Herz-Kreislauf-System. Zwei bis drei Mal in der Woche empfiehlt sich etwas Sport, sei es Gymnastik, Walking oder ein Spaziergang. Starkes Übergewicht sollte vermieden werden, weil es den Beckenboden belastet. Dieser ist auch nach einer Schwangerschaft strapaziert. Die Ärztin empfiehlt deshalb auf jeden Fall die Teilnahme an der RĂŒckbildungsgymnastik. Frauen, die vielleicht ohnehin schon eine schwache Blase haben, sollten versuchen, ihrem Harndrang nicht sofort nachzugeben.

„Wenn eine Frau merkt, dass ihre Blase schwĂ€chelt, sollte sie es Ă€rztlich ĂŒberprĂŒfen lassen“, sagt Dr. med. Anne-Marie Weber. „Wir sorgen dann dafĂŒr, dass es die LebensqualitĂ€t nicht einschrĂ€nkt.“