Gesundheitswochen

Weiter machen: Wie das Klinikum Mutterhaus Brustkrebs erfolgreich behandelt – und beim Start in ein neues Leben hilft

11.12.2018

Etwa 70 000 Frauen erkranken jedes Jahr an Brustkrebs und natĂŒrlich ist die Diagnose erst einmal ein Schock. Aber es geht weiter. „In 70 bis 80 Prozent der FĂ€lle ist die Erkrankung heilbar, bei sehr frĂŒher Diagnose von Vorstadien in bis zu 100 Prozent“, sagt Dr. med. Wolfgang GĂŒnther. Er ist Chefarzt der GynĂ€kologie am Klinikum Mutterhaus der BorromĂ€erinnen und leitet das dortige Brustzentrum.

Am Brustzentrum werden alle Erkrankungen der weiblichen Brust diagnostiziert und behandelt – besonders viel Expertise besteht im Umgang mit Brustkrebs. Schon seit 2004 erfĂŒllt das Zentrum die Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Senologie. Erst im vergangenen Jahr wurde es wieder zertifiziert.

„Wir hören genau zu“

Dr. med. Marion Klieden ist Leitende OberĂ€rztin am Klinikum Mutterhaus Mitte. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus der GynĂ€kologie kĂŒmmert sie sich um die Frauen, die mit einem zunĂ€chst unklaren Befund ans Brustzentrum kommen. „In der Brustsprechstunde hören wir den Frauen erst einmal zu“, sagt Dr. Klieden. Die erfahrene Medizinerin kennt die Sorgen und Ängste der Patientinnen und kann deshalb zugewandt und verstĂ€ndnisvoll darauf eingehen. Sie ĂŒbernimmt auch Anamnese und Diagnostik.

Um den Befund zu klĂ€ren, bespricht sie sich mit einem hoch erfahrenen Expertenteam. Mit dabei: Internisten, Radiologen, Strahlentherapeuten, Psychologen. Gemeinsam ĂŒberlegen sie, was fĂŒr die Patientin die beste Lösung ist. „Es gibt nicht den Brustkrebs. Es gibt verschiedene Formen und die brauchen eine differenzierte Behandlung“, sagt Klieden. Am Klinikum Mutterhaus Mitte können die Frauen sicher sein, dass sie die bekommen.

Nach der Behandlung, nach einer etwaigen Operation kĂŒmmern sich die Ärzte selbstverstĂ€ndlich weiter um die Frauen. Marion Klieden bespricht mit ihnen Rehamaßnahmen, die nicht nur dem Körper dienen sollen, sondern auch der Seele. Jungen Frauen rĂ€t sie zu Ausdauersport, zum Joggen und Fahrradfahren. Älteren Frauen rĂ€t sie dazu, mehrmals in der Woche stramm spazieren zu gehen. Überhaupt bestĂ€rkt sie die Frauen darin, wieder am Leben teilzunehmen. In die Stadt zu gehen. Sich mit Freunden zu treffen. „Manche Frauen schaffen es alleine, andere brauchen Hilfe von einem Psychologen, das ist sehr individuell. Aber auch darum kĂŒmmern wir uns gerne.“ Am Klinikum Mutterhaus herrscht ein sehr persönliches VerhĂ€ltnis zwischen der Ärztin und der Patientin.

Risikofaktoren fĂŒr Brustkrebs kennen und meiden

Wie bei den meisten Krebsarten sind auch beim Brustkrebs die Ursachen kaum auszumachen. Es gibt allerdings Risikofaktoren. ZunĂ€chst einmal sind das genetische VerĂ€nderungen und familiĂ€re Vorbelastungen. Aber auch starkes Übergewicht, ĂŒbermĂ€ĂŸiger Konsum von Alkohol und Zigaretten sowie zu wenig Bewegung können das Risiko
steigern, an Brustkrebs zu erkranken. Nur: Wie können Frauen sich beobachten?

Auch hier hat Marion Klieden Empfehlungen. So sollten Frauen regelmĂ€ĂŸig mit flachen Fingern ihre Brust abtasten, um VerĂ€nderungen zu erfĂŒhlen. Frauen zwischen 50 und 69 rĂ€t die Medizinerin, regelmĂ€ĂŸig am Mammographiescreening teilzunehmen. Alle zwei Jahre werden Frauen automatisch zu dieser Röntgenuntersuchung der Brust eingeladen. Diese spezielle, von der Krankenkasse bezahlte Untersuchung wird in sogenannten Screening-Zentren gemacht, wovon sich eines am Klinikum Mutterhaus Mitte befindet. Dabei werden kleinste VerĂ€nderungen sichtbar, sodass Brustkrebs bereits in einem frĂŒhen Stadium erkannt werden kann. Die Medizinerin weiß: „Je frĂŒher der Brustkrebs erkannt wird, desto besser stehen die Heilungschancen.“