Gesundheitswochen

VerhĂŒtung von GebĂ€rmutterhalskrebs durch Information und Impfung

03.12.2018

PD Dr. med. Wolfgang Thomas, Chefarzt Kinder- und Jugendmedizin // Klinikum Mutterhaus Mitte

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 4600 Frauen an GebĂ€rmutterhalskrebs, 1600 Frauen sterben daran. Doch das mĂŒsste nicht sein. PD Dr. med. Wolfgang Thomas ist Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Mutterhaus der BorromĂ€erinnen. Er kennt nicht nur die Zahlen, er weiß auch, wie sich das Erkrankungsrisiko senken ließe: Mit einer einfachen Impfung im Kindesalter.

GebĂ€rmutterhalskrebs ist die Folge einer Infektion mit sogenannten Humanen Papillomaviren, besser bekannt als HPV. Diese Viren werden von Mensch zu Mensch ĂŒbertragen, hauptsĂ€chlich beim Geschlechtsverkehr. Eine Übertragung ĂŒber KörperflĂŒssigkeiten wie Sperma, Blut und Speichel gilt als wahrscheinlich. In den meisten FĂ€llen bleibt die Ansteckung unbemerkt und folgenlos, weil das Immunsystem die Krankheitserreger bekĂ€mpft. Manchmal aber ĂŒberleben die Viren und nisten sich in den Zellen der GebĂ€rmutterhalsschleimhaut ein. Dies kann zu ZellverĂ€nderungen fĂŒhren und im schlimmsten Fall zu Krebs. Aber was können Frauen dagegen tun?
Am besten und am sichersten ist eine Impfung. Die empfiehlt nicht nur PD Dr. med. Wolfgang Thomas, sondern auch die StĂ€ndige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (Stiko). Das ist ein unabhĂ€ngiges bundesweites Expertengremium. Im Idealfall lassen die MĂ€dchen sich zwischen dem neunten und dem vierzehnten Lebensjahr impfen. Die Impfung ĂŒbernehmen sowohl die niedergelassenen KinderĂ€rzte als auch Haus- und FrauenĂ€rzte. Die Kosten tragen die Krankenkassen.
MÀdchen, die die Impfung versÀumt haben, können und sollten diese nachholen. Möglich ist das bis zum 17. Lebensjahr. Sinnvoll ist die Impfung auch noch spÀter. Dann ist die Erfolgsrate jedoch geringer und es sollte drei- statt zweimal geimpft werden.

Die Kinder vertragen die Impfung grundsÀtzlich sehr gut
PD Dr. med. Wolfgang Thomas vom Klinikum Mutterhaus kennt die Sorgen einiger MĂŒtter: Tut das meinem Kind weh? VertrĂ€gt es den Impfstoff? Dank jahrelanger Erfahrung und Expertise kann er beruhigen. Nebenwirkungen können leichte Rötungen oder leichter Druckschmerz an der Impfstelle sein, also am Oberarm. Beides vergeht zeitnah. „GrundsĂ€tzlich vertragen die Kinder die Impfung sehr gut“, sagt der Mediziner. Und vor allem: Sie sind geschĂŒtzt.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 6250 Frauen und 1600 MÀnner an HPV-bedingten Karzinomen. Auslöser sind sind Humane Papillomaviren, kurz HPV. Diese können den GebÀrmutterhalskrebs auslösen.
Bei Frauen wachsen die Tumore vor allem im Bereich des GebĂ€rmutterhalses, aber auch im Bereich von Vulva und Vagina. Bei MĂ€nnern sind vor allem Penis und Anus betroffen. Auch bei ihnen ließe sich eine Ansteckung verhindern.

Wolfgang Thomas kennt die Funktionen einer Impfung. Zum einen schĂŒtzt sie die geimpfte Person. Zum anderen hat sie eine soziale Funktion. Je mehr Menschen geimpft sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Krankheitserreger ausbreiten kann. Hier spricht der Mediziner von der sogenannten „HerdenimmunitĂ€t“.

Auch Jungen zwischen neun und vierzehn Jahren sollten sich impfen lassen
HerdenimmunitĂ€t, das war auch fĂŒr die StĂ€ndige Impfkommission wichtig. Und so hat sie in diesem Jahr entschieden, eine Impfempfehlung auch fĂŒr Jungen zwischen neun und vierzehn Jahren auszusprechen. Sie sollen die Erreger nicht weiter verbreiten. Sie profitieren aber auch selbst. „Die Impfung schĂŒtzt ja nicht nur die Frauen vor GebĂ€rmutterhalskrebs, sondern auch die MĂ€nner“, sagt Wolfgang Thomas vom Klinikum Mutterhaus. Und das sei doch schließlich das Wichtigste: Gesund zu bleiben.