Gesundheitswochen

FrĂŒherkennung von Brustkrebs

28.11.2018

PD Dr. med. GĂŒnther Sigmund, Chefarzt Radiologie, Programmverantwortlicher Arzt Mammographie-Screening

1. Mit 50 Jahren werden Frauen in Deutschland das erste Mal zum Mammographie-Screening eingeladen. Bei welchen Risikofaktoren sollten Frauen schon frĂŒher den Kontakt zum Arzt suchen?

Den Kontakt zu ihrem Frauenarzt sollten alle Frauen mit einem der folgenden Symptome suchen: ein Tastbefund („Knoten“) in der Brust oder in der Achselhöhle, eine VerhĂ€rtung, eine Hauteinziehung, einseitige und/oder zyklusunabhĂ€ngige Schmerzen in der Brust, neu aufgetretene FlĂŒssigkeitsabsonderung aus einer Brust oder eine VerĂ€nderung der Brustwarze. Im Vordergrund stehen dann zunĂ€chst eine klinische Untersuchung und der Ultraschall; ob auch weitere Untersuchungen wie die Röntgen-Mammographie oder MR-Mammographie erforderlich sind, muss im Einzel­fall entschieden werden.

Sind Brustkrebserkrankungen in der engeren eigenen Familie aufgetreten, evtl. ge­hÀuft oder zusammen mit Eierstockkrebs, sollten Frauen auch bei unauffÀlliger Brust den Kontakt zum Arzt suchen, hier steht dann ggf. eine genetische Beratung mit computerassistierter Stammbaum-Analyse an. Im Extremfall kann sogar eine genetische Testung sinnvoll sein.

2. Was passiert, wenn AuffÀlligkeiten in der Brust bemerkt werden?

Falls beim Mammographie-Screening AuffĂ€lligkeiten entdeckt werden, wird die Teil­nehmerin zur sogenannten „AbklĂ€rungsdiagnostik“ eingeladen. Bei diesem separaten Untersuchungstermin werden Spezial-Aufnahmen (z.B. VergrĂ¶ĂŸerungsaufnahmen von Mikrokalk), ein Ultraschall oder auch eine MR-Mammographie durchgefĂŒhrt. Falls hierbei der Verdacht auf ein bösartiges Geschehen bestehen bleibt, muss dann in örtlicher BetĂ€ubung eine Gewebeprobe genommen werden, so dass schließlich der Pathologe die definitive Diagnose stellen kann. Die Behandlung des Brust­krebses sollte dann in einem zertifizierten Brustzentrum – wie im Klinikum Mutterhaus – erfolgen.