Gesundheitswochen

Medizinisch-Technische Radiologieassistenz: Ein Beruf mit Verantwortung und Zukunft

05.11.2017

Beatrix Theves arbeitet schon seit 30 Jahren im Klinikum Mutterhaus der BorromĂ€erinnen – und das noch immer gerne. Dass sie auch nach all den Jahren Spaß hat, liegt nicht nur am Arbeitgeber. Es liegt auch an ihrem Beruf. Beatrix Theves ist leitende Medizinisch-Technische Radiologieassistentin (MTRA). Das Wissen aus jahrzehntelanger Erfahrung gibt sie gerne an die Auszubildenden am Klinikum Mutterhaus weiter. „Mit dieser Ausbildung ist der Arbeitsplatz sicher“, verspricht Beatrix Theves. Doch nicht nur das. „Als MTRA haben die Absolventen viele Möglichkeiten fĂŒr die spĂ€tere TĂ€tigkeit, sie können sich die aussuchen, die am besten zu ihnen passt.“ Gebraucht werden MTRA etwa im QualitĂ€tsmanagement, in Industrie und Forschung, in öffentlichen Gesundheitsdiensten oder als Praxisanleiter fĂŒr die Ausbildung des Nachwuchses. Und natĂŒrlich: im Krankenhaus selbst. Im Klinikum Mutterhaus fĂŒhren die MTRA diagnostische und therapeutische Verfahren technisch durch. In der Diagnostik sind sie es, die die Röntgenbilder herstellen. In der Strahlentherapie fĂŒhren sie die Bestrahlung aus und positionieren den Patienten dabei so, dass die Strahlung nur die Tumore erreicht. FĂŒr den Patienten geht es um seine Gesundheit. FĂŒr die MTRA geht es um Millimeter. Sie haben ein Höchstmaß an Verantwortung. Und auch in der Nuklearmedizin sind sie nicht zu ersetzen. Sie arbeiten mit StrahlenmessgerĂ€ten und bereiten die Behandlung von schweren Erkrankungen mit radioaktiven Stoffen am Patienten vor.

 

Der Mensch im Mittelpunkt

„Egal, wo wir zum Einsatz kommen: Auf Grund des stĂ€ndigen medizinischen Fortschritts mĂŒssen wir uns kontinuierlich weiterbilden und erlernen immer neue Therapie-Techniken“, sagt sie. „Das macht den Beruf interessant.“ Aber nicht nur der Umgang mit Technik gehört zu ihrer Arbeit. Es geht selbstverstĂ€ndlich immer um den Menschen. Zu Beatrix Theves kommen z.B. Frauen mit Brustkrebs oder MĂ€nner mit Prostatakarzinom, jeden Tag, wochenlang. Es sind Menschen, denen es nicht gut geht – und die im Klinikum Mutterhaus trotzdem eine möglichst gute Zeit haben sollen. „Im Beruf ist es wichtig, fĂŒrsorglich und empathisch zu sein“, sagt sie, „am Klinikum Mutterhaus achten wir da besonders darauf.“ Das bestĂ€tigt auch PD Dr. med. GĂŒnther Sigmund. Er ist Chefarzt der Radiologie und sagt: „Nur mit allen Berufsgruppen zusammen können wir uns bestmöglich um unsere Patienten kĂŒmmern“. SelbstverstĂ€ndlich ist fĂŒr ihn deshalb der wertschĂ€tzende Umgang mit den Mitarbeitern und auch den MTRA-Nachwuchs zu unterstĂŒtzen – etwa, wenn die Auszubildenden den praktischen Teil am Klinikum Mutterhaus absolvieren.„Das Gute ist, dass wir ein Großkrankenhaus sind. So können die Auszubildenden gleich alle Bereiche – Röntgendiagnostik, Strahlentherapie, Nuklearmedizin – hier durchlaufen.“ Aber es gibt noch weitere Vorteile. Die 30 MTRAs, die in seiner Abteilung arbeiten, arbeiten je nach Wunsch in Voll- oder Teilzeit.

 

„MTRAs sind wichtige Ansprechpartner“

Wer nun Interesse an einer Ausbildung zur MTRA hat, sollte Interesse an Physik und Technik mitbringen. Wie entstehen Röntgenstrahlen? Wie verĂ€ndern sie Zellen? Die Auszubildenden lernen auch die Strahlenschutzvorkehrungen kennen. Und auch medizinische Aspekte kommen wĂ€hrend der dreijĂ€hrigen Ausbildung nicht zu kurz, es geht etwa um Immunologie, Anatomie oder Krankheitslehre. „FĂŒr uns Ärzte sind die MTRA wichtige und verlĂ€ssliche Ansprechpartner“, so Dr. Sigmund. Und deshalb freut er sich, dass das Klinikum Mutterhaus den Auszubildenden hilft, diese Zeit zu finanzieren. Jedes Jahr vergibt das Krankenhaus ein Stipendium – und kooperiert hier zum einen mit der Schule der UniversitĂ€tsklinik Homburg und zum anderen mit der Schule des Marienhaus-Klinikums in Neuwied. „Wir sagen nicht nur, dass wir den Nachwuchs unterstĂŒtzen – wir machen es auch gerne“, sagt Chefarzt Sigmund. Dazu zĂ€hlt ĂŒbrigens auch, dass die Auszubildenden im Anschluss an ihre Ausbildung in der Regel am Klinikum Mutterhaus bleiben können.