Gesundheitswochen

Vielseitig und fundiert: Pflegeausbildung öffnet TĂŒren

03.11.2017

„Eins kann man mit einer Ausbildung in der Pflege nicht werden“, sagt Herbert Schmitt: „arbeitslos.“ Und er muss es wissen. Denn Herbert Schmitt leitet die Karl BorromĂ€us Schule am Trierer Klinikum Mutterhaus der BorromĂ€erinnen. Hier bilden er und seine Kollegen jedes Jahr erfolgreich 60 Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger aus, außerdem Studierende der Pflegewissenschaft. Klingt einseitig? Von wegen. Wenn Herbert Schmitt darĂŒber spricht, welche Karrieremöglichkeiten die jungen MĂ€nner und Frauen haben, gerĂ€t er ins SchwĂ€rmen.

Die Pflegenden bilden seit jeher die grĂ¶ĂŸte Berufsgruppe im Klinikum Mutterhaus. Gemeinsam mit den Ärzten sorgen sie fĂŒr das Wohl des Patienten, sie kennen sein Krankheitsbild und seine Schmerzen, sie haben ein offenes Ohr fĂŒr seine persönlichen Sorgen und Nöte. Gerade deshalb sind sie wichtige Ansprechpartner auch fĂŒr die Angehörigen. „Es ist ein ebenso vielseitiger wie verantwortungsvoller Beruf“, sagt Schmitt. Und der beginnt mit einer umfassenden Ausbildung.

2100 Stunden Theorie stehen fĂŒr seine Auszubildenden auf dem Stundenplan. Sie lernen, ein Neugeborenes zu beobachten: Stimmen die Reflexe? GrĂ¶ĂŸe, Gewicht? Sie lernen, wie sie Ă€lteren Patienten helfen können, deren Oberschenkelhals gebrochen ist. Sie lernen, noch aufmerksamer zu sein und noch mitfĂŒhlender. „Pflege bedeutet auf Menschen mit ihren BedĂŒrfnissen einzugehen – egal, wie alt er ist und was er hat“, sagt Schmitt. Und deshalb geht es vom Klassenzimmer in die medizinischen Fachabteilungen, alles natĂŒrlich am Klinikum Mutterhaus selbst. 2500 Stunden verbringen die Auszubildenden etwa in der Chirurgie, der GynĂ€kologie, der Inneren Medizin. Dort werden sie bestens betreut von Ärzten, Lehrern und speziell geschulten Praxisberatern.

 

Ausbildung auch in Teilzeit

Nach drei Jahren Theorie und Praxis sind die Auszubildenden fertig

– in der Regel. „Wir sind da sehr flexibel“, sagt Schulleiter Herbert Schmitt. Und deshalb bietet das Klinikum auch eine vierjĂ€hrige Teilzeitausbildung an. So kommt die Schule denen entgegen, die schon eine Familie haben oder einen Angehörigen zu Hause pflegen. „Uns ist es wichtig, auf dem Weg zum Examen niemanden zu verlieren“, sagt Schulleiter Schmitt. 28 Pflegern konnte das Klinikum im vergangenen Jahr gleich nach der Ausbildung eine Stelle anbieten. Schwester Carola Lange ist Pflegedirektorin am Klinikum Mutterhaus. Sie weiß, dass der Abschluss nicht das Ende sein muss. Ganz im Gegenteil. FĂŒr viele ist der Abschluss ein Anfang. „Wir ĂŒberlegen gemeinsam mit unseren examinierten KrĂ€ften, wo sie sich sehen. Dann ĂŒberlegen wir, wie sie dieses Ziel am besten erreichen.“

An Möglichkeiten mangelt es sicher nicht. Die jungen MÀnner und Frauen können am Klinikum bleiben und sich dort fortbilden und spezialisieren, etwa im Bereich der AnÀsthesie, der Endoskopie oder der Intensivpflege. Das geht soweit, dass sie irgendwann eine Station leiten oder sich in der ambulanten Pflege selbststÀndig machen können. Und nicht zuletzt können sie studieren, weil das Examen eine Hochschulzulassung ist.

 

Breit gefÀcherte Studienmöglichkeiten bieten beste Karrierechancen

Die QualitĂ€t der Ausbildung zieht sich auch in der Kooperation mit der UniversitĂ€t Trier fort. So können KrankenpflegeschĂŒler, die ihre Ausbildung im Klinikum Mutterhaus machen, an der UniversitĂ€t Trier den dualen Studiengang „Klinische Pflege“ studieren. Das heißt: Zehn junge Frauen und MĂ€nner pro Jahrgang wechseln regelmĂ€ĂŸig zwischen Hörsaal und Klinikum, um im Kontakt mit dem Patienten Praxiserfahrung zu sammeln. Auch sie werden vom hochqualifizierten Klinikteam betreut. Wenn sie nach vier Jahren ihr Studium abgeschlossen haben, erhalten die Studenten nicht nur den akademischen Abschluss – sondern auch ein Staatsexamen. Auch die Katholische

Fachhochschule Mainz arbeitet beim integrativen Bachelorstudiengang „Gesundheit und Pflege“ mit dem Klinikum zusammen.

All die Möglichkeiten zur Fortbildung und Spezialisierung sowie diverse Studienmöglichkeiten bieten beste Karrierechancen. DarĂŒber hinaus verrĂ€t die Pflegedirektorin, dass ab August nĂ€chsten Jahres das Klinikum erstmals auch Hebammen ausbildet. Als einziges Haus in der Region.

Weitere ausfĂŒhrliche Informationen:

www.mutterhaus.de/karriere