Gesundheitswochen

Interessante Einblicke, individueller Zuschnitt: Das Praktische Jahr im Medizinstudium

03.11.2017

Das Klinikum Mutterhaus der BorromĂ€erinnen hat in diesem Jahr einen besonderen Grund zu feiern: Schon seit 40 Jahren ist das Klinikum Akademisches Lehrkrankenhaus der Johannes Gutenberg-UniversitĂ€t in Mainz. Doch nicht nur das. Es gehört zu den ersten KrankenhĂ€usern in Deutschland, die mit der praktischen Ausbildung von Medizinstudierenden begonnen haben – dem sogenannten „Praktischen Jahr“.

Dieses JubilĂ€um ist Anlass, auf die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Bereich zu blicken. Aber es ist auch eine Verpflichtung fĂŒr die Zukunft. „Wir wollen die Studierenden auch weiterhin bestmöglich ausbilden“, sagt Prof. Dr. med. Dorothee Decker. Sie ist FachĂ€rztin fĂŒr Chirurgie und Beauftragte fĂŒr die 30 MĂ€nner und Frauen, die jedes Jahr ihr Praktisches Jahr am Klinikum Mutterhaus absolvieren können. Gemeinsam mit den ausbildenden Ärzten, der Pflege sowie der betreuenden Verwaltung nimmt sie diese Aufgabe mit viel Freude und Engagement wahr.

 

Ausbildung auf dem neuesten medizinischen Stand

Doch nicht nur deshalb lohnt es sich fĂŒr die angehenden Ärzte ans Klinikum Mutterhaus zu kommen. Professorin Dorothee Decker sagt: „Als Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit hochspezialisierten Fachabteilungen und zertifizierten Zentren versorgen wir alle Patienten vom FrĂŒhgeborenen bis zum Sterbenden.“ FĂŒr die Studenten bedeutet das, dass sie in den drei Lehrabschnitten, in die das Praktische Jahr aufgeteilt ist, ein breites diagnostisches und therapeutisches Spektrum kennenlernen – und das auf dem neuesten medizinischen Stand.

Interessante Einblicke erhalten die MĂ€nner und Frauen etwa in den beiden PflichtfĂ€chern Chirurgie und Innere Medizin. „Auf den Stationen ist es selbstverstĂ€ndlich, dass die Studenten nicht nur mitlaufen, sondern in den Arbeitsablauf integriert sind“, sagt Dorothee Decker. Sie und ihre Kollegen setzen deshalb neben dem klassischen Unterricht auf sogenanntes Bed-Side Teaching. Das bedeutet, dass die Studenten Lehrinhalte gleich am Bett des Patienten vermittelt bekommen. Im Fokus steht dabei immer das Erlernen praktischer FĂ€higkeiten mittels persönlicher Betreuung und Begleitung des Nachwuchses.

ZusĂ€tzlich zu den PflichtfĂ€chern belegen die Studierenden ein Wahlfach. Dieses können sie aus einem großen Spektrum spezialisierter Fachabteilungen von der GynĂ€kologie ĂŒber die Kinderabteilungen bis hin zur Psychiatrie wĂ€hlen. „Das Praktische Jahr bietet eine solide medizinische Grundausbildung und zugleich die Möglichkeit in einem Fach der Wahl spezielles Wissen zu erlangen“, sagt die Medizinerin. Und deshalb bemĂŒht sich das ganze Team darum, auf individuelle WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse der Studierenden einzugehen.

 

Keine wertvolle Zeit verlieren

Das bestĂ€tigt auch Astrid Lentes. Sie ist medizinische Fachangestellte und organisiert das Praktische Jahr im Klinikum Mutterhaus. „Wir kĂŒmmern uns um die Organisation, sodass die Studenten sich auf ihr Praktisches Jahr konzentrieren können und beispielsweise bei der Wohnungssuche  keine wertvolle Zeit verlieren.“

So können die MĂ€nner und Frauen in einem teilmöblierten Appartement in der NĂ€he des Klinikums wohnen. Sie bekommen Berufskleidung gestellt und können jeden Monat fĂŒr bis zu 150 Euro kostenlos in der Kantine essen. Und auch Heimfahrten werden durch das Klinikum bezuschusst.

Wenn die Studenten etwas dazu verdienen wollen – kein Problem. „Learn and earn“ heißt ein Angebot, bei dem Studenten nach Feierabend oder am Wochenende bezahlte Rufdienste ĂŒbernehmen. Beim Assistieren im OP oder bei der Blutentnahme sammeln sie dabei noch zusĂ€tzlich praktische Erfahrung.

Doch nicht nur zu den Appartements, der Berufskleidung und den Nebenjobs beantwortet Astrid Lentes Fragen. Sie hat fĂŒr jeden ihrer Studierenden immer ein offenes Ohr, angefangen von der Urlaubsplanung bis hin zur Angst vor dem bevorstehenden Examen. „Wir sorgen dafĂŒr, dass sich die jungen Menschen willkommen fĂŒhlen.“

Das Klinikum Mutterhaus hat allein im vergangenen Jahr einen Umsatz von 171 Millionen Euro vorzuweisen, wĂ€hrend viele andere KrankenhĂ€user Mitarbeiter entlassen mĂŒssen, wird hier eingestellt. Diese hervorragenden Bilanzen kommen auch den Studierenden zu gute. Zum einen können sie sich darauf verlassen, dass sie bestmöglich ausgebildet werden. Zum anderen können sie sicher sein, dass sie mit dieser guten Ausbildung und einem bestandenen Staatsexamen am Ende ihres Praktischen Jahres exzellente Karrierechancen haben – etwa als Assistenzarzt am Klinikum Mutterhaus.