Gesundheitswochen

Heilungschancen maximieren, Belastungen minimieren

27.11.2016

27Bei Tumorerkrankungen entscheidet maßgeblich die QualitĂ€t des behandelnden Operateurs ĂŒber das Ergebnis

Die Bedrohung wuchert lange im Verborgenen, oft braucht es Jahre, bis eine kleine und noch gutartige VerĂ€nderung als bösartiger Tumor zum Vorschein kommt. Obwohl er sich in den weitaus meisten FĂ€llen vermeiden ließe, zĂ€hlt der Darmkrebs zu den hĂ€ufigsten Tumorerkrankungen ĂŒberhaupt. Wird eine Geschwulst ausfindig gemacht, fĂŒhrt an einer Operation meist kein Weg mehr vorbei.

FĂŒr die Betroffenen ist dann von großer Bedeutung, welcher Mediziner sie operieren wird, weiß Professor Dr. med. Pan Decker: „Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass es einen erheblichen Unterschied fĂŒr die Heilungschancen und das lĂ€ngerfristige Überleben eines Patienten macht, ob ein erfahrener oder ein eher wenig versierter Chirurg die OP durchfĂŒhrt“, berichtet der Chefarzt der Chirurgie 1 und Leiter des Darmzentrums im Klinikum Mutterhaus der BorromĂ€erinnen. Dass Patienten mit Darmkrebs oder anderen Leiden des Darms hier in besten HĂ€nden sind, dafĂŒr sorgen Einrichtungen wie das erste zertifizierte Darmzentrum Triers zur Behandlung und Vorsorge bösartiger Darm- und Enddarmerkrankungen.
Dessen Leistungsspektrum reicht von Vorsorgeuntersuchungen wie der Spiegelung von Darm und Mastdarm bis zu minimalinvasiven, endoskopischen und konventionellen Operationen des Darmes. Die Patienten profitieren hierbei insbesondere von einer intensiven und eingespielten Zusammenarbeit der Fachmediziner mehrerer Abteilungen. „In Tumorkonferenzen besprechen wir die Diagnose und Behandlung eines jeden Patienten, und auch dessen Nachsorge und Schmerztherapie. Gegebenenfalls wird auch eine palliativmedizinische Betreuung diskutiert“, erlĂ€utert Decker. Welche Therapie und Nachbehandlung im Einzelfall die optimale ist, entscheidet nicht allein die Abteilung, in welcher der Patient stationĂ€r aufgenommen wurde, sondern eine Gruppe erfahrener und kompetenter Ärzte verschiedener Disziplinen.

Wird bei einem Patienten beispielsweise ein Enddarmtumor festgestellt, berĂ€t die Tumorkonferenz, welcher Behandlungsweg eingeschlagen und dem Betroffenen vorgeschlagen werden sollte. Je nach GrĂ¶ĂŸe des Tumors und Stadium der Erkrankung kommen verschiedene Verfahren in Betracht: eine Strahlen- und Chemotherapie ebenso wie ein chirurgischer Eingriff. Oft ist eine Kombination vonnöten, und nahezu immer ist die Chirurgie gefordert. Denn Decker und sein Team mĂŒssen den Tumor restlos entfernen, soll der Krebs dauerhaft besiegt oder die BeeintrĂ€chtigungen durch einen Tumor oder dessen Tochtergeschwulste minimiert werden. So ist die Chirurgie auch in der Lage, Metastasen in der Lunge und Leber abzutragen. Bisweilen geht einer Operation eine Vorbehandlung und Verkleinerung des Tumors voraus, oder auf einen erfolgreichen chirurgischen Eingriff folgt eine Nachbehandlung in der Strahlenmedizin oder mittels Chemotherapie. Auch eine soziale und psychoonkologische Betreuung zĂ€hlen zum Angebot des Darmzentrums, und in punkto Stomaversorgung (ein Stoma ist ein kĂŒnstlicher Darmausgang) und ErnĂ€hrungsberatung können Patienten ebenfalls auf die UnterstĂŒtzung des Klinikums zĂ€hlen.

Triers grĂ¶ĂŸtes Krankenhaus verfĂŒgt darĂŒber hinaus seit 2008 auch ĂŒber ein zertifiziertes Kompetenzzentrum fĂŒr chirurgische Koloproktologie. Es war das erste seiner Art in Rheinland-Pfalz und ist bis heute eines der grĂ¶ĂŸten im Land. Neben der Behandlung proktologischer Erkrankungen wie HĂ€morrhoidalleiden, Analfisteln und -abszessen verfĂŒgt das Zentrum ĂŒber besondere Erfahrung und Kompetenz bei der Behandlung von Tumoren. So können kleinere bösartige Wucherungen des Enddarms mithilfe der transanalen endoskopischen Mikrochirurgie (TEM) schonend entfernt werden und hierbei der Schließmuskel erhalten bleiben, was fĂŒr die weitere LebensqualitĂ€t der Betroffenen enorme Vorteile birgt.

Überhaupt hĂ€lt das Klinikum Mutterhaus ein breites minimalinvasives Behandlungsspektrum bereit. Professor Decker und sein Team sind bestrebt, dem Patienten die jeweils beste und zugleich besonders schonende Therapie zu bieten. So werden Polypen, die sich aufgrund ihrer GrĂ¶ĂŸe und/oder Lage nicht mehr im Zuge einer Darmspiegelung abtragen lassen, laparoskopisch entfernt. Ab einem gewissen Tumorstadium ist die SchlĂŒsselloch-Chirurgie allerdings keine sinnvolle Option mehr.
Chefarzt Decker macht auch deutlich, dass der grĂ¶ĂŸte Teil der jĂ€hrlich rund 1400 Eingriffe, die im Klinikum Mutterhaus bei Darmerkrankungen vorgenommen werden, nicht auf Tumorleiden entfallen. So verspricht die Chirurgie Patienten mit chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder von Divertikeln geplagten Menschen ebenfalls Heilung oder zumindest Linderung.