Gesundheitswochen

Expertentipp „Selbsthilfe als Weg“

21.11.2016

Welche Idee steckt hinter dem Thema Selbsthilfe?

Die Grundidee ist die Übernahme von Eigenverantwortung und Mitsprache besonders bei chronischen Erkrankungen jeglicher Art und die Förderung der Patientenbeteiligung. Dies ist in Zeiten der Demokratisierung der Gesellschaft, der poltischen wie gesellschaftlichen UmbrĂŒche in Folge der 60er Jahre entstanden. Heute kennen wir das Schlagwort „der informierte und mĂŒndige Patient“. Selbsthilfegruppen als besondere soziale Konstrukte bieten neben der sogenannten „Betroffenenkompetenz“  zusĂ€tzlich auch noch soziales Miteinander, Verbundenheit, Geselligkeit und Zugehörigkeit.

Was sind die Vorteile einer Selbsthilfegruppe fĂŒr den Patienten?
In Situationen, in denen Patienten sich z.B. nach der Diagnose Darmkrebs hilflos einer bedrohlichen Lebenssituation ausgesetzt fĂŒhlen, ermöglichen Begegnungen mit anderen Betroffenen,  eine VerstĂ€ndigung auf einer Ebene. Eine andere Rolle spielen die Angehörigen, die Beistand leisten sowie die Fachleute, die  behandeln können. WĂ€hrend die Ă€rztliche Beratung und Begleitung bezĂŒglich ErnĂ€hrung und gesundheitlich zutrĂ€glichem Verhalten sowohl in der Klinik als auch in der ambulanten Versorgung oft zu kurz kommt, beschĂ€ftigen sich die Selbsthilfegruppen damit ausfĂŒhrlich.
Wenn es um notwendige Operationen mit kĂŒnstlichem Darmausgang (Stoma) geht, hilft es den Patienten zum Teil auch schon vor dem Eingriff oft sehr, mit anderen Betroffenen im Austausch zu sein: Die sind erfahren im tĂ€glichen Umgang mit dem Stoma und können dabei praktische Tipps geben. Außerdem können Ängste reduziert werden: zu sehen, dass Menschen nach einer Darmkrebserkrankung schon viele Jahre gut leben, gibt Hoffnung.