Gesundheitswochen

Minimalinvasive Eingriffe bilden einen Schwerpunkt der Arbeit des Klinikums Mutterhaus der BorromÀerinnen in Trier

30.12.2015

Gerade mal 0,8 Millimeter sind sie dick, die Mikro-Endoskope, die dem Speichel den ungehinderten Weg bahnen sollen. Ein Stau hat sich gebildet, ein Stein blockiert den Speichelfluss in einer DrĂŒse des Unterkiefers. Eine eitrige EntzĂŒndung ist die Folge, der Patient klagt ĂŒber Schwellungen und Schmerzen.

Wurde frĂŒher ĂŒber einen Schnitt von außen die gesamte DrĂŒse entfernt, erfolgen Untersuchung und Eingriff nun minimalinvasiv. Mit winzigen Zangen, feinen Bohrern und kleinsten Fangkörbchen, die ĂŒber ein Endoskop eingefĂŒhrt wurden, werden die Speichelsteine zerkleinert und ĂŒber den AusfĂŒhrungsgang der DrĂŒse zu Tage befördert. Lediglich eine lokale BetĂ€ubung ist nötig, berichten Dr. Peter Kress und Dr. Peter SchĂ€fer, noch am selben Tag könne der Patient wieder Nahrung zu sich nehmen. Durch vorhandene Körperöffnungen wie Mund, Nase und Ohr eindringen, um auf diesen Wegen Erkrankungen zu behandeln, ist fĂŒr die beiden ChefĂ€rzte der HNO des Klinikums Mutterhaus der BorromĂ€erinnen professionelle Routine.

„Minimalinvasive Chirurgie spielt in unserem Haus eine sehr große Rolle“, berichtet der GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dipl.-Kaufmann Jörg Mehr. „Uns ist sehr daran gelegen, dass unsere Patientinnen und Patienten mit möglichst wenig Nebenwirkungen und Komplikationen wieder in ihr geregeltes Leben zurĂŒckkommen können. DafĂŒr bietet die SchlĂŒssellochchirurgie die besten Voraussetzungen. HierfĂŒr investieren wir regelmĂ€ĂŸig in die neueste Technik, die sowohl den Experten im Haus als auch unseren Patienten zugutekommt.“

„Großer Chirurg, großer Schnitt“ habe es frĂŒher geheißen, erinnert sich Professor Dr. Pan Decker. Heute sei es eher umgekehrt, berichtet der Chefarzt der Chirurgie 1. Mit kleinen Schnitten Großes leisten, darauf versteht man sich im Klinikum Mutterhaus bestens. Die minimalinvasive Chirurgie bildet einen besonderen Schwerpunkt der operativen TĂ€tigkeit der Klinik, so auch in der Arbeit von Decker und seinem Team. Mittels moderner Video- und Röntgentechniken wird heute vielen Erkrankungen zu Leibe gerĂŒckt, bei denen noch vor einigen Jahren kein Weg an einer offenen OP vorbeigefĂŒhrt hĂ€tte. „Wir versuchen immer, atraumatisch zu behandeln“, erklĂ€rt der Chefarzt. Soll heißen: Bei einem Eingriff wird eine Verletzung des Körpergewerbe möglichst vermieden oder zumindest minimiert.

Möglich wird dies etwa durch den Einsatz eines Laparoskops, ĂŒber das eine Videokamera in den Bauchraum eingefĂŒhrt und mithilfe endoskopischer Instrumente der Eingriff vorgenommen wird. Der Hautschnitt, der fĂŒr das EinfĂŒhren des Laparoskops notwendig ist, misst weniger als ein Zehntel der LĂ€nge des Schnitts, der bei einer herkömmlichen OP notwendig wĂ€re. Ob Entfernung von Gallenblase, entzĂŒndetem Blinddarm oder Milz, oder auch bei Behandlungen von Leber und BauchspeicheldrĂŒse – meist genĂŒgt ein minimalinvasiver Eingriff. Doch endoskopische Verfahren werden auch bei schwerwiegenderen Leiden wie etwa Tumorerkrankungen verwandt, unter anderem beim Darmkrebs.

Die VorzĂŒge minimalinvasiver Methoden sind fĂŒr den Patienten vielfĂ€ltig: GrundsĂ€tzlich sind sie deutlich schonender und mit weniger Risiken behaftet. Postoperative Belastungen treten wesentlich seltener auf, Heilungsphase und somit auch Klinikaufenthalte sind kĂŒrzer. Nicht zuletzt bleiben den Betroffenen sichtbare Narben erspart. Auch die Mediziner profitieren von den Verfahren: So erhalte man als Operateur bei einer Laparoskopie einen besseren Überblick ĂŒber den Bauchraum und könne so noch gezielter vorgehen; bisweilen stoße man im Zuge des endoskopischen Eingriffs auch auf zusĂ€tzliche Erkrankungen, die bislang unentdeckt geblieben waren. Dass sich die BildqualitĂ€t der aus dem Innern des Körpers nach außen ĂŒbertragenen Videoaufnahmen in den vergangenen Jahren deutlich verbesserte, sei ein weiterer immenser Vorteil, berichten die Mediziner unisono.

Auch in der GynĂ€kologie baut man auf reichhaltige Erfahrungen. Bereits vor 40 Jahren sei die SchlĂŒssellochtechnologie in seinem Fach ein Thema gewesen, etwa bei der Entfernung von Eierstockzysten, berichtet Dr. Wolfgang GĂŒnther. Heute lassen sich viele Leiden, bei denen frĂŒher ein großer Schnitt notwendig war, minimalinvasiv beheben, fĂ€hrt der Chefarzt der GynĂ€kologie fort. Beispielhaft nennt er die Entfernung der GebĂ€rmutter wenn diese von vaginal nicht möglich ist. Die deutlich schonenderen Verfahren sorgten dafĂŒr, dass die Patientinnen wieder schneller fit seien und mögliche Komplikationen grĂ¶ĂŸerer Eingriffe vermieden werden könnten, so GĂŒnther. Besonders anschaulich zeigen sich die VorzĂŒge minimalinvasiver Methoden bei der Entfernung von Myomen: Diese gutartigen Muskelknoten können eine Schwangerschaft verhindern oder zu Komplikationen wĂ€hrend einer Schwangerschaft fĂŒhren. Wollte man frĂŒher Myome entfernen, war ein Bauchschnitt nötig. Doch der barg die Gefahr spĂ€terer Verwachsungen. Heutige Verfahren sind fĂŒr die Patientin erheblich weniger belastend und erhöhen auch wesentlich deren Chancen, Kinder zu bekommen.

Bekommen Kinder spĂ€ter MandelentzĂŒndungen, kann den kleinen Patienten in der HNO geholfen werden. Als einziges Klinikum in der Region bieten Kress‘ und SchĂ€fers Abteilung eine Mandelverkleinerung mittels Laser an. Anders als bei der kompletten Entfernung der Mandeln fĂŒhrt die sogenannte Lasertonsillotomie deutlich seltener zu Komplikationen, berichten die beiden ChefĂ€rzte. Insgesamt liegt der Anteil minimalinvasiver Methoden bei allen Eingriffen der HNO des Klinikums Mutterhaus zwischen 50 und 60 Prozent, beziffern Kress und SchĂ€fer.

In der GefĂ€ĂŸchirurgie des Klinikums werden neun von zehn Eingriffen minimalinvasiv durchgefĂŒhrt, erlĂ€utert Dr. Christian Sprenger, Chefarzt der einzigen Hauptfachabteilung auf diesem Gebiet in Trier. Das Behandlungsspektrum reicht von der Entfernung von Krampfadern ĂŒber die Behandlung von Verengungen der Halsschlagader zur Verhinderung eines Schlaganfalls bis zur Therapie des Bauchaorten-Aneurysmas. Die Vorteile minimalinvasiver Methoden liegen auf der Hand: Sie sind weniger belastend fĂŒr Körper und Psyche, und war bei einer aufwĂ€ndigen OP des Bauchaorten-Aneurysmas einst ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt ĂŒblich, mĂŒssen die Betroffenen nach einer minimalinvasiven Behandlung nur noch vier bis fĂŒnf Tage stationĂ€r im Klinikum verbleiben. Hinzu kommt: Meist braucht es nur eine örtliche BetĂ€ubung, bei einigen Eingriffen kann selbst auf eine lokale AnĂ€sthesie verzichtet werden.

In der GefĂ€ĂŸchirurgie des Klinikums werden neun von zehn Eingriffen minimalinvasiv durchgefĂŒhrt, erlĂ€utert Dr. Christian Sprenger, Chefarzt der einzigen Hauptfachabteilung auf diesem Gebiet in Trier. Das Behandlungsspektrum reicht von der Entfernung von Krampfadern ĂŒber die Behandlung von Verengungen der Halsschlagader zur Verhinderung eines Schlaganfalls bis zur Therapie des Bauchaorten-Aneurysmas. Die Vorteile minimalinvasiver Methoden liegen auf der Hand: Sie sind weniger belastend fĂŒr Körper und Psyche, und war bei einer aufwĂ€ndigen OP des Bauchaorten-Aneurysmas einst ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt ĂŒblich, mĂŒssen die Betroffenen nach einer minimalinvasiven Behandlung nur noch vier bis fĂŒnf Tage stationĂ€r im Klinikum verbleiben. Hinzu kommt: Meist braucht es nur eine örtliche BetĂ€ubung, bei einigen Eingriffen kann selbst auf eine lokale AnĂ€sthesie verzichtet werden.

In der GefĂ€ĂŸchirurgie des Klinikums werden neun von zehn Eingriffen minimalinvasiv durchgefĂŒhrt, erlĂ€utert Dr. Christian Sprenger, Chefarzt der einzigen Hauptfachabteilung auf diesem Gebiet in Trier. Das Behandlungsspektrum reicht von der Entfernung von Krampfadern ĂŒber die Behandlung von Verengungen der Halsschlagader zur Verhinderung eines Schlaganfalls bis zur Therapie des Bauchaorten-Aneurysmas. Die Vorteile minimalinvasiver Methoden liegen auf der Hand: Sie sind weniger belastend fĂŒr Körper und Psyche, und war bei einer aufwĂ€ndigen OP des Bauchaorten-Aneurysmas einst ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt ĂŒblich, mĂŒssen die Betroffenen nach einer minimalinvasiven Behandlung nur noch vier bis fĂŒnf Tage stationĂ€r im Klinikum verbleiben. Hinzu kommt: Meist braucht es nur eine örtliche BetĂ€ubung, bei einigen Eingriffen kann selbst auf eine lokale AnĂ€sthesie verzichtet werden.