Gesundheitswochen

Das gesamte Spektrum – Minimalinvasive Eingriffe der GefĂ€ĂŸchirurgie im Klinikum Mutterhaus der BorromĂ€erinnen

30.12.2015

Mittwochvormittag im Erdgeschoss des Klinikums Mutterhaus: Dr. Christian Sprenger hĂ€lt seine wöchentliche Sprechstunde. Jeder Patient soll Gelegenheit haben, mit dem Chefarzt der GefĂ€ĂŸchirurgie persönlich zu sprechen. Sprenger ist die direkte Begegnung wichtig, der Austausch mit den Menschen, die sich in seiner Abteilung einem Eingriff unterziehen, liegt ihm am Herzen.

Die GefĂ€ĂŸchirurgie des Klinikums ist die einzige Hauptfachabteilung auf diesem Gebiet in Trier. Wer auf die 30 Betten zĂ€hlende Station kommt, hat ein Leiden, das gefĂ€ĂŸchirurgisch behandelt werden muss. Das Behandlungsspektrum reicht von der Entfernung von Krampfadern ĂŒber die Behandlung von Verengungen der Halsschlagader zur Verhinderung eines Schlaganfalls bis zur Therapie des Bauchaorten-Aneurysma. „Wir legen einen ganz klaren Schwerpunkt auf minimalinvasive Verfahren“, erlĂ€utert Dr. Sprenger. Wann immer möglich, nehmen er und seine Kollegen in der GefĂ€ĂŸchirurgie minimalinvasive Eingriffe vor.

Welche Möglichkeiten minimalinvasive Verfahren eröffnen, zeigt die Behandlung des Bauchaorten-Aneurysma: FĂŒhrte vor einigen Jahren kaum ein Weg an einer offenen Operation vorbei, kann die oft unerkannt bleibende Aussackung der Bauchschlagader nun hĂ€ufig minimalinvasiv endovaskulĂ€r behandelt werden. Hierbei wird ĂŒber die Leiste eine stentgestĂŒtzte Endoprothese eingefĂŒhrt. Die Vorteile minimalinvasiver Methoden liegen auf der Hand: So ist der Eingriff fĂŒr den Patienten deutlich schonender, mithin also wesentlich weniger belastend fĂŒr Körper und Psyche. Die Betroffenen mĂŒssen nur fĂŒr kurze Zeit auf der Intensivstation gepflegt und können wesentlich frĂŒher entlassen werden. Ist bei einer klassischen OP ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt nicht unĂŒblich, mĂŒssen die Betroffenen nach einer minimalinvasiven Behandlung nunmehr lediglich vier bis fĂŒnf Tage stationĂ€r im Klinikum verbleiben. Hinzu kommt: Meist braucht es nur eine örtliche BetĂ€ubung. Bei einigen Eingriffen, wie bei der Behandlung von Krampfadern hĂ€lt Sprenger eine spezielle minimalinvasive Methode vor, die ganz ohne Narkose auskommt. Allerdings stellt der Chefarzt auch klar, dass ein AnĂ€sthesist immer an Ort und Stelle ist.

Dr. Sprenger und sein Team sind personell und fachlich bestens aufgestellt. 24 Stunden kĂŒmmern sich die insgesamt sieben Ärzte ausschließlich um gefĂ€ĂŸchirurgisch zu behandelnde Erkrankungen. Auch das Pflegepersonal ist entsprechend ausgerichtet und spezialisiert. Entsprechend groß sind Erfahrung und Expertise des Chefarztes und seiner Mannschaft. So fĂŒhren Sprenger, der in Mainz und Mannheim studierte und als Chefarzt ins Trierer Klinikum Mutterhaus kam sowie zwei seiner OberĂ€rzte die Zusatzbezeichnung „EndovaskulĂ€rer Chirurg“. Damit bescheinigt ihnen die Deutsche Gesellschaft fĂŒr GefĂ€ĂŸchirurgie und GefĂ€ĂŸmedizin eine besondere Expertise auf dem Gebiet der Behandlung von Bauchschlagader-Aussackungen. Die Patienten haben die GewĂ€hr, bei diesen Ärzten garantiert in richtigen HĂ€nden zu sein. Eine weitere Referenz des Chefarztes und zweier seiner OberĂ€rzte: Sie sind als Experten fĂŒr Phlebologie zertifiziert und somit ausgewiesene Venenspezialisten.

Auch wenn man sich in Sprengers Abteilung ausschließlich auf gefĂ€ĂŸchirurgische Eingriffe konzentriert, findet ein intensiver Austausch mit anderen Fachabteilungen statt. Allen voran in einer tĂ€glichen Besprechung mit Diabetologen, Angiologen und Radiologen des Mutterhauses. Spezialisierung und InterdisziplinaritĂ€t gehen hier Hand in Hand. So deckt die GefĂ€ĂŸchirurgie des Klinikums das gesamte gefĂ€ĂŸchirurgische Behandlungsspektrum ab, mit Ausnahme von Eingriffen, bei denen es einer Herz-Lungen-Maschine bedarf. Doch nicht jeder Patient, der mittwochs in Sprengers Sprechstunde vorstellig wird, muss sich einem Eingriff unterziehen. Überhaupt empfiehlt der Chefarzt Menschen, die möglicherweise an einer GefĂ€ĂŸerkrankung leiden, zunĂ€chst ihren Hausarzt oder einen niedergelassenen GefĂ€ĂŸspezialisten aufzusuchen. Diese ĂŒberweisen, wenn nötig, zu einem Eingriff.

Bis zu 1.400 Patienten werden pro Jahr in der GefĂ€ĂŸchirurgie des Klinikum Mutterhaus behandelt, die weitaus meisten von ihnen minimalinvasiv und mit großem Behandlungserfolg.