Gesundheitswochen

Reichhaltige Erfahrung – In der GynĂ€kologie des Klinikums Mutterhaus der BorromĂ€erinnen erfolgen die meisten Eingriffe minimalinvasiv

28.12.2015

FĂŒr die GynĂ€kologie ist die SchlĂŒsselloch-Chirurgie vertrautes Terrain. Bereits seit ĂŒber fĂŒnf Jahrzehnten kommen die besonders schonenden Verfahren in der Frauenheilkunde zum Einsatz, berichtet Dr. Wolfgang GĂŒnther und nennt beispielhaft die Entfernung von Eierstock-Zysten.

Dass heute in seiner Abteilung der ĂŒberwiegende Teil der Operationen minimal-invasiv durchgefĂŒhrt werde, konnte man damals noch nicht voraussehen. „Mittlerweile jedoch können wir sehr viele Leiden, bei denen frĂŒher ein grĂ¶ĂŸerer Bauchschnitt nötig war, auf diese Weise beheben“, berichtet der erfahrene Mediziner, dessen Team ĂŒber reichhaltige Expertise auf dem Feld der SchlĂŒsselloch-Chirurgie verfĂŒgt.

Schließlich sind die Vorteile dieser Methoden fĂŒr die Behandelten offenkundig: So empfinden die Patientinnen nach der Operation weniger Schmerzen und können auf eine deutlich raschere Genesung hoffen, als dies bei einem grĂ¶ĂŸeren Bauchschnitt zu erwarten wĂ€re. Somit sind auch eine schnellere Entlassung aus dem Krankenhaus und eine frĂŒhere RĂŒckkehr in den Alltag möglich.

BeschrĂ€nkten sich die minimalinvasiven Eingriffe anfangs auf einige wenige Erkrankungen, können inzwischen nahezu alle typischen Operationen der GynĂ€kologie mittels Spiegelungen vorgenommen werden. Polypen und Myome können ĂŒber eine Spiegelung der GebĂ€rmutterhöhle, der sogenannten Hysteroskopie entfernt werden. Die Entfernung von Myomen, sprich gutartiger Muskelknoten der GebĂ€rmutter, erhöhe die Chancen einer Schwangerschaft und senke das Risiko, dass es im Laufe einer Schwangerschaft zu Komplikationen komme, erlĂ€utert Chefarzt Dr. GĂŒnther. Außerdem lĂ€sst sich mit einer Spiegelung der GebĂ€rmutterhöhle bei Blutungsstörungen die innere Schleimhaut verschorfen.

Einen großen Stellenwert nimmt in der Frauenheilkunde des Mutterhauses die Laparoskopie ein. So dienen Bauchspiegelungen nicht nur als besonders schonendes Verfahren beim Entfernen von Zysten oder dem Lösen von Verwachsungen, lĂ€ngst lassen sich per Laparoskopie auch Organe entfernen, und dies teilweise oder gar komplett. Dr. GĂŒnther nennt exemplarisch Eierstöcke, den Eileiter oder auch die GebĂ€rmutter.

FĂŒr eine Entfernung der GebĂ€rmutter, die zu den hĂ€ufigsten Eingriffen in der GynĂ€kologie ĂŒberhaupt gehört, gibt es verschiedene GrĂŒnde und auch unterschiedliche Operationstechniken. Die beste und schonendste Methode ist weiterhin die Entfernung ĂŒber die Scheide, die komplett ohne sichtbare Schnitte auskommt. Falls diese z.B. wegen der GrĂ¶ĂŸe des Organs oder vorhandener Verwachsungen nicht möglich ist kommen laparoskopische Verfahren zur Anwendung.

Insbesondere bei gutartigen VerĂ€nderungen der GebĂ€rmutter wie beispielsweise therapieresistenten Blutungsstörungen, MuskelgeschwĂŒlsten oder Endometriose, haben sich minimalinvasive Verfahren etabliert – mit dem Ziel, einen großen Bauchschnitt zu vermeiden. Inzwischen können die neuen Techniken sogar zunehmend bei einer bösartigen Erkrankung des GebĂ€rmutterhalses oder der GebĂ€rmutterschleimhaut eingesetzt werden. So können beispielsweise radikale Tumoroperationen im Becken oder die Entfernung von Lymphknoten des Beckens oder der großen BauchgefĂ€ĂŸe mit nur wenigen 5-10 mm großen Einstichen durchgefĂŒhrt werden.

GĂŒnther berichtet derweil von einem weiteren, besonders schonenden Verfahren: der Teilentfernung der GebĂ€rmutter durch eine Bauchspiegelung. Hierbei wird der GebĂ€rmutterhals belassen, sodass eine BeeintrĂ€chtigung umgebender Organe – wie der Harnblase – sowie des Beckenbodens vermieden werden kann. „Die Patientin ist somit schneller wieder fit und nach dem Eingriff auch frĂŒher wieder in der Lage, Geschlechtsverkehr zu haben. Voraussetzung fĂŒr einen solchen Eingriff sind aber ein intakter GebĂ€rmutterhals und unauffĂ€llige Krebsvorsorgeabstriche, die auch nach der Operation regelmĂ€ĂŸig durchgefĂŒhrt werden sollten“, betont der Chefarzt.

Bei vielen Leiden bleibt den Patientinnen ein stationĂ€rer Aufenthalt erspart. Kleinere Eingriffe an der GebĂ€rmutter sowie an der Brust werden ambulant durchgefĂŒhrt, berichtet GĂŒnther. Am Vortag zur Vorbereitung, am OP-Tag nĂŒchtern ins Klinikum Mutterhaus, nach dem Eingriff wird die Patientin noch einige Stunden beobachtet. LĂ€uft alles nach Plan, kann sie noch am selben Tag nach Hause entlassen werden. Sollte wider Erwarten jedoch eine stationĂ€re Aufnahme notwendig werden, ist man im Mutterhaus auch hierauf jederzeit vorbereitet. Somit können sich Patientinnen des Klinikums Mutterhaus der BorromĂ€erinnen garantiert in besten HĂ€nden fĂŒhlen.