Gesundheitswochen

„Schmerzbehandlung wĂ€hrend und nach einer OP“

27.12.2015

Expertentipp von Dr. med Marita Schneider, OberÀrztin in der AnÀsthesie- und Intensivmedizin, Klinikum Mutterhaus der BorromÀerinnen

Warum mĂŒssen Patienten keine Angst vor Schmerzen im Krankenhaus haben?

Mittlerweile haben sich viele Verfahren im Krankenhaus etabliert, um Schmerzen im Krankenhaus zu erkennen und zu therapieren. Dies umfasst sowohl die Erfassung und Dokumentation der Schmerzen des Patienten als auch eine darauf folgende individuelle oder standardisierte Schmerztherapie. Viele Fachgruppen kĂŒmmern sich um die Umsetzung der Verfahren, um optimale Ergebnisse fĂŒr den Patienten zu erreichen.

Wie können Schmerzen gemessen werden?

Schmerzen sind subjektiv. Angaben zur StĂ€rke der Schmerzen können nur vom Patienten selbst gemacht werden. Eine einfache Möglichkeit, den Schmerz transparent zu machen, sind Skalen, die mit Zahlen oder Bildern das Wohlbefinden oder die Schmerzen des Patienten wiedergeben. FĂŒr Patienten, die kognitiv eingeschrĂ€nkt sind, wurden spezielle Tests/Verfahren entwickelt, um anhand des Verhaltens und verbaler Äußerungen Schmerzen einzuschĂ€tzen.

Wie gewÀhrleisten Sie, dass der Patient nach einer OP möglichst wenige Schmerzen hat?

WĂ€hrend und nach einer Operation können Schmerzen auf vielfĂ€ltige Art und Weise reduziert werden. Dazu zĂ€hlen OP-Techniken (minimalinvasiv), Schmerzmedikamente, RegionalanĂ€sthesiekatheter, physiotherapeutische Behandlungen und psychologische oder spirituelle UnterstĂŒtzung.

Der Chirurg kann sehr viele Eingriffe minimalinvasiv und gewebeschonend durchfĂŒhren. Auch durch Applikation von LokalanĂ€sthetika in die Wundschichten kann er den Schmerz nach einer Operation senken. Nach dem Eingriff werden verschiedene sich in ihrer Wirkung auf die Schmerzen ergĂ€nzende Medikamente angeordnet, die in der Regel gut von den Patienten vertragen werden. Geschultes Pflegepersonal ĂŒberwacht die korrekte und adĂ€quate Medikation.

Bei grĂ¶ĂŸeren Operationen z.B. im Bauchraum, am offenen Brustkorb oder beim Einsatz von kĂŒnstlichen Gelenken werden RegionalanĂ€sthesiekatheter-Verfahren eingesetzt, die zuverlĂ€ssig ĂŒber Schmerzpumpen starke Schmerzen nehmen können. Die Patienten sind dadurch frĂŒhzeitig in der Lage, sich zu mobilisieren und physiotherapeutisch behandelt zu werden. Durch diese Schmerzreduktion wird nicht nur das Wohlbefinden des Patienten gesteigert, sondern auch das Risiko minimiert, gefĂŒrchtete Komplikationen wie LungenentzĂŒndungen und Thrombosen zu erleiden.

Physikalische Maßnahmen wie KĂ€lte oder bestimmte Lagerungstechniken können unterstĂŒtzend eingesetzt. Auch psychologische oder spirituelle GesprĂ€chstherapien können helfen, Ängste und Schmerzen abzubauen und Genesung zu fördern.

Schmerztherapie ist mittlerweile multifaktoriell: ein interdisziplinĂ€res Team aus Ärzten, Pflegern , Physiotherapeuten und Psychologen/Seelsorger bemĂŒht sich darum, Schmerzen wĂ€hrend und nach einer Operation fĂŒr den Patienten zu minimieren, eine frĂŒhzeitige Mobilisation zu erreichen und die LebensqualitĂ€t auch nach großen Eingriffen so schnell wie möglich wiederherzustellen.