Gesundheitswochen

Exklusive FĂŒhrung: Unsere Leser staunen ĂŒber technische Möglichkeiten der Medizin im Klinikum Mutterhaus

22.12.2015

Auf dem Bildschirm des Ultraschall-SonografiegerÀts ist deutlich ein Baby zu erkennen. Es befindet sich noch im Mutterleib, die Nabelschnur liegt ihm locker um den Hals. Faszinierend: deutlich sind Bewegungen des Fötus zu sehen.

An diesem Abend wird allerdings keine werdende Mutter mit dem 4D-UltraschallgerĂ€t untersucht: „Sie sehen hier einen kleinen Film“, erklĂ€rt Medizintechniker Olaf Hansson den gut zwei Dutzend Besuchern der FĂŒhrung durch mehrere Abteilungen des Klinikums Mutterhaus der BorromĂ€erinnen, in denen bildgebende Diagnostik stattfindet. Bereits ĂŒber 1550 Babies werden dieses Jahr im Mutterhaus der BorromĂ€erinnen das Licht der Welt erblickt haben – ein Rekord. Mittels der modernsten GerĂ€te kann wĂ€hrend der ganzen Schwangerschaft festgestellt werden, wie sich das Ungeborene entwickelt. „Viele Fehlbildungen können hier im Mutterhaus sofort nach der Geburt operiert werden“, erklĂ€rt der Medizintechniker.

Lokaler Eingriff statt großer OP
Auch dem Mammografiescreening wird ein Besuch abgestattet. WĂ€hrend hier sonst BrĂŒste komprimiert und auf UnregelmĂ€ĂŸigkeiten untersucht werden, darf diesmal ein Mann seine Hand ins GerĂ€t legen, „um zu spĂŒren, was Frauen hier ertragen mĂŒssen“, scherzt Judith Metzdorf, stellvertretende Leiterin des Screenings. Heutzutage genĂŒgen fĂŒnf Sekunden; das digitale GerĂ€t liefert eine hervorragende BildqualitĂ€t. In der Vakuumbiopsie erklĂ€rt die leitende medizinisch-technische Radiologieassistentin Verena Kröger, wie mit einer Biopsienadel Kalk aus einer Brust entfernt werden kann. Was frĂŒher eine grĂ¶ĂŸere Operation bedeutete, ist heute ein kleiner Eingriff mit lokaler BetĂ€ubung.

Menschliche GefĂ€ĂŸe in 3D und Farbe
In der Radiologie zeigt der Bildschirm in Großaufnahme eine Arterie, in der sich ein Katheter befindet. Diagnostik und Behandlung gehen hier in einem, erklĂ€rt Verena Kröger. Die Frage einer Besucherin, ob die GefĂ€ĂŸe nicht verletzt werden können, kann sie direkt verneinen: der verwendete Draht ist sehr weich und flexibel. Wenn nötig, kann er etwa von einem Arm aus durch den ganzen Körper bis in den Fuß gefĂŒhrt werden. In der Angiografieabteilung, wo die GefĂ€ĂŸe dargestellt werden können, wird ein Katheter herumgereicht, auch ein Stent aus Titan kann befĂŒhlt werden. Auch hier wird heute mit örtlicher BetĂ€ubung gearbeitet, der Patient kann alles bei vollem Bewusstsein mitverfolgen.

Keine Angst vor der „Röhre“
Unter „Röhre“ versteht man heute nur noch MRT: Magnetresonanztomografie oder Kernspintomografie, denn die modernen CT-GerĂ€te Ă€hneln eher einem schmalen Reifen. Die Strahlenbelastung durch Röntgen ist bei der Computertomografie heute weitaus geringer als noch vor einem Jahrzehnt, erfahren die Besucher. Schnittbilder durch einen Kopf werden gezeigt; der Computer kann daraus ein 3D-Bild berechnen. WĂ€hrend CT etwa bei Knochen und der Lunge zum Einsatz kommt, wird MRT bei Weichteilgewebe verwendet, um etwa einen Bandscheibenvorfall zu untersuchen. Beruhigungsmittel helfen bei eventuellen Ängsten.

Untersuchung und Behandlung in einem
In der Endoskopie zeigt OberĂ€rztin Dr. Viola MĂŒller endoskopische Bilder einer Darmspiegelung. Sie erlĂ€utert den Besuchern, wie man schon bei der Vorsorgeuntersuchung mögliche Polypen entdecken kann, die spĂ€ter Auslöser fĂŒr eine Tumorerkrankung sein können. Diese werden bereits wĂ€hrend der Untersuchung entfernt. Wichtig ist dabei die grĂŒndliche Reinigung des Darms durch spezielle FlĂŒssigkeiten. Die hohe Auflösung der endoskopischen Kamera und der Monitore sorgen fĂŒr hervorragende Möglichkeiten der Befundung, erklĂ€rt die Ärztin. Im Klinikum Mutterhaus stehen die technisch besten GerĂ€te mit HD-Auflösung zur VerfĂŒgung. Hinzu kommt natĂŒrlich das regelmĂ€ĂŸig geschulte und erfahrene Fachpersonal des Krankenhauses.

Medizintechniker sorgen fĂŒr Sicherheit
Nicht zuletzt erlĂ€utert Medizintechniker Ernst Schuh in der Durchleuchtungsabteilung PrĂŒfbilder am PC, mittels derer die bildgebenden GerĂ€te regelmĂ€ĂŸig getestet werden, sowie ein GerĂ€t zum Messen der Dosis beim Röntgen. „Hier wird alles ĂŒberwacht – wir haben eine enorme Sicherheit“, resĂŒmiert er.