Gesundheitswochen

Ab in den OP: Was zwischen Narkose und Aufwachraum passiert TV-Leser nehmen an einer exklusiven FĂŒhrung durch den Zentral-OP im Klinikum Mutterhaus teil

21.12.2015

Lehrreicher Abschluss der Gesundheitswochen von TV und dem Triere Klinikum Mutterhaus der BorromĂ€erinnen: Acht TV-Leser hatten nun die Möglichkeit, die AblĂ€ufe in einem der modernsten Operationszentren von Rheinland-Pfalz kennenzulernen. Im Rahmen der Gesundheitswochen wurden sie fĂŒr eine exklusive FĂŒhrung ausgelost.

„Wir sind hier wie unter Tage“, so begrĂŒĂŸte OP-Leiter Gerd Seimetz die GĂ€ste im Zentral-OP des Klinikums. Mit Mundschutz, Kopfbedeckung, Gummischuhen und der grĂŒnen OP-Kleidung ausgestattet tauchten sie knapp drei Stunden in die OP-Welt im Erweiterungsbau des Klinikums ein: 2010 wurden hier die insgesamt 10 neuen und modernen OP-SĂ€le und 2 ambulante SĂ€le in einem anderen Trakt in Betrieb genommen; von morgens frĂŒh bis teils spĂ€t in die Nacht werden tĂ€glich 50 bis 70 Operationen durchgefĂŒhrt. Dabei stehen die Fachgebiete der GynĂ€kologie, Viszeral-, GefĂ€ĂŸ- und Kinderchirurgie sowie Traumatologie, HNO und OrthopĂ€die im Vordergrund bei den Operateuren im Klinikum.

Gleich zu Beginn wollten die interessierten Teilnehmer wissen, wie viel Zeit vom Einschleusen der Patienten bis zur eigentlichen Operation vergehe. Die Antwort: In der Regel 25 bis 30 Minuten. Denn im OP-Zentrum des Klinikums sind alle AblĂ€ufe so strukturiert, dass mit höchster Effizienz operiert werden kann. Dabei spielt auch die Sicherheit eine große Rolle: Vom Transfer ĂŒber das Einschleusen bis unmittelbar auf dem OP-Tisch beim sogenannten Time-Out-Briefing mit dem Operationsteam um AnĂ€sthesist, Springer und Operateur. Immer wieder werden Checklisten zum Patienten und seiner Operation abgefragt, geprĂŒft und mit den hinterlegten Daten in den PCs abgeglichen. „Denn wenn hier etwas klemmt, lĂ€uft das Ganze schief!“ Mit seinen Sicherheitsmaßnahmen zĂ€hlt das Klinikum Mutterhaus zu den fortschrittlichsten Operationszentren. Die Frage, ob Patientenverwechslungen vorkommen, erĂŒbrigte sich somit fĂŒr die interessierten OP-GĂ€ste.

Als die Gruppe den Richtraum betrat, in dem die Instrumente fĂŒr die Operationen vorbereitet werden, staunte man ĂŒber die penible Ordnung. Bei knapp 4000 unterschiedlichen Instrumenten und Zusammenstellungen fĂŒr die individuellen Operationen ein absolutes Muss. „Gibt es hier auch kĂŒnstliche Kniegelenke? Ich brĂ€uchte nĂ€chste Woche eins“, wurde gescherzt, als OP-Leiter Gerd Seimetz die vielen SchrĂ€nke und eigens entwickelten Ordnungssysteme demonstrierte. Mit einem gekonnten Wink zu einer der zahlreichen Schubladen bot er der Teilnehmerin gleich eine Schlittenprothese an. Denn diese wurden neu geliefert und sein Team hatte die Woche zuvor drei Stunden daran gearbeitet, den besten Platz dafĂŒr zu schaffen: „Nur mit Struktur haben wir mehr Zeit fĂŒr effektives Arbeiten – zugunsten der Mitarbeiter und der Patienten.“ Dementsprechend sind auch die OperationssĂ€le alle gleich ausgestattet und die VerbrauchsgĂŒter simultan angeordnet. So können die OP-Mitarbeiter in jedem Saal quasi blind in den Schrank greifen und verlieren keine Zeit mit Suchen, wenn fachĂŒbergreifend in den OPs gearbeitet wird.

Schließlich ging es dann in das HerzstĂŒck, den vorbereiteten Operationssaal. Bei grĂŒnem Licht werden hier laparoskopische Eingriffe und minimalinvasive Operationen vorgenommen. Den Temperaturunterschied von etwa einem Grad Celsius im sogenannten sterilen Feld um den Operationsbereich spĂŒrten die Teilnehmer deutlich. Unter diesen realistischen Bedingungen durften sie dann aktiv werden: WĂ€hrend OP-Leiter Seimetz die Kamera in den Bauchraum der Demonstrations-Puppe hielt, wurde mit der 2,5 Millimeter kleinen Schere versucht, ein GummibĂ€rchen zu durchtrennen – vergeblich. Denn kleinere Instrumente und weniger Schnitte fĂŒr die Operateure bedeuten kleinere Narben und weniger Schmerzen fĂŒr die Patienten. Ebenso beeindruckte die anschließende Demonstration diverser Instrumente und auch Schienen sowie kĂŒnstlicher Gelenke, die implantiert werden. Am Ende der exklusiven FĂŒhrung wollten die Teilnehmer sogar in gemĂŒtlicher Runde in einem der vier AufenthaltsrĂ€ume im Zentral-OP noch Fachwissen aus OP-Leiter Gerd Seimetz herauskitzeln. Eine Frage brannte besonders: „Wird eigentlich auch ĂŒber Patienten gescherzt, wenn sie auf dem OP-Tisch liegen?“. Die Antwort ist professionell und beruhigend zugleich: „Ein schlafender Mensch wird von uns so respekt- und wĂŒrdevoll behandelt wie ein wacher.“