Gesundheitswochen

Von Anfang an gut aufgehoben

06.12.2015

Warum junge Patienten im Kinder- und Jugendzentrum des Klinikums Mutterhaus in besten HĂ€nden sind.

Manche Patienten kommen bereits ins Mutterhaus, noch bevor sie das Licht der Welt erblickt haben. FrĂŒhzeitig suchen ihre MĂŒtter dann das Perinatalzentrum des grĂ¶ĂŸten Trierer Klinikums auf, um auf höchstem Niveau versorgt zu werden, wenn sich die Geburt des Nachwuchses ankĂŒndigt. Vor allem Frauen mit Risiko- oder Mehrlingsschwangerschaften werden hier aufgenommen.

„Der entscheidende Vorteil dieser Einrichtung ist, dass wir die Kinder bereits im Mutterleib behandeln können und so der Mutter und ihrem SĂ€ugling einen belastenden und oft ja auch riskanten Krankentransport unmittelbar nach der Geburt ersparen“, erlĂ€utert Privatdozent Dr. med. Wolfgang Thomas, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin und Leiter des Perinatalzentrums Level 1. Die Gefahr möglicher Komplikationen vor oder wĂ€hrend der Geburt werde dank der gebĂŒndelten Expertise sowie der großen Erfahrung der Mediziner und PflegekrĂ€fte deutlich gesenkt, unterstreicht der Zentrumsleiter. Das interdisziplinĂ€re Zentrum ist das einzige seiner Art im Großraum Trier, das auf der höchsten Versorgungsstufe „um die Geburt herum“ (perinatal) und rund um die Uhr arbeitet.

Von Anfang an gut aufgehoben, am Tag und in der Nacht, ist der Anspruch aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinder- und Jugendzentrums des Mutterhauses. Neben der UniversitĂ€tsklinik Mainz ist das Trierer Klinikum das einzige in Rheinland-Pfalz, das an einem Standort alle drei Hauptabteilungen vorhĂ€lt: Kinder- und Jugendmedizin, Kinder- und Jugendchirurgie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hinzu kommen die NeuropĂ€diatrie und eine Zentrale Aufnahme fĂŒr Kinder. „Das Besondere im Mutterhaus ist, dass wir uns ĂŒber die einzelnen Fachabteilungen hinweg regelmĂ€ĂŸig und intensiv austauschen und eng zusammenarbeiten“, erlĂ€utert Dr. med. Monika Krause. Die ChefĂ€rztin der Kinder- und Jugendchirurgie und ihr Team behandeln auf ihrer Station jedes Jahr rund 1200 junge Patienten, in der Ambulanz ca. 8.000. Neben der allgemeinen Kinderchirurgie reicht das Behandlungsspektrum von unfallchirurgischen Eingriffen ĂŒber kinderurologische Behandlungen bis zur Operation des Wasserkopfes. Und auch die Neugeborenen-Chirurgie zĂ€hlt hierzu. Doch trotz der GrĂ¶ĂŸe des Kinder- und Jugendzentrums profitierten die Patienten von den kurzen Wegen zwischen den einzelnen Abteilungen und dem engen Draht zwischen den BeschĂ€ftigten des Klinikums.

„Im Kinder- und Jugendzentrum halten die drei Fachdisziplinen 110 Betten fĂŒr junge Patienten bereit“, zeigt Dr. Wolfgang Thomas die Dimensionen auf. Allein in der Kinder- und Jugendmedizin werden neben ca. 3000 stationĂ€ren FĂ€llen auch annĂ€hernd 15.000 Kinder- und Jugendliche ambulant als Notfall oder in Spezialsprechstunden behandelt. Mit Ausnahme der Kinderkardiologie bietet die Abteilung eine Versorgung in allen Spezialgebieten des Fachs an. Hierbei liegen die Schwerpunkte in der Behandlung von Erkrankungen der Atmungsorgane, des Blutes sowie bösartiger Tumoren, bis hin zur Therapie von Leiden des Magen- und Darmtrakts oder Allergien – um nur eine Auswahl zu nennen. Die NeuropĂ€diatrie rundet das Spektrum um die Behandlung von Krankheiten des Nervensystems ab. „Wir sind unter anderem auf die Therapie und Behandlung von Epilepsien spezialisiert und verfĂŒgen ĂŒber das einzige Schlaflabor fĂŒr Kinder in der gesamten Region“, berichtet Dr. med. Christa Löhr-Nilles, die leitende OberĂ€rztin der NeuropĂ€diatrie. „Ein weiterer Schwerpunkt unserer tĂ€glichen Arbeit liegt in der umfassenden Betreuung von Kindern mit körperlichen und geistigen Behinderungen sowie in der Nachsorge ehemaliger FrĂŒhgeborener in den ersten Lebensjahren.“

DafĂŒr, dass Kinder und jugendliche Patienten ĂŒber eine erstklassige medizinische Behandlung hinaus auch menschlich und fachlich bestens betreut werden, sorgt ein Team versierter und erfahrener Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen. „Wir haben im Klinikum Mutterhaus das GlĂŒck, dass wir ĂŒber eine eigene Kranken- und Kinderkrankenpflegeschule verfĂŒgen und deshalb mit hervorragend ausgebildeten PflegekrĂ€ften arbeiten können. Nach einer angemessenen Berufserfahrung erweitern die PflegekrĂ€fte anteilig ihre Expertise durch entsprechende Fachweiterbildungen wie z.B. in der Onkologie oder pĂ€diatrischen Intensivpflege“, erlĂ€utert Christel Kallies, Pflegedienstleiterin mit dem Schwerpunkt Kinderzentrum.

Alle Abteilungen des Kinder- und Jugendzentrums arbeiten zudem eng mit niedergelassenen Medizinern zusammen. Das gilt auch und besonders fĂŒr die Kinder- und Jugendpsychiatrie. „Uns ist es ganz wichtig, dass wir durch unsere Arbeit schon im Vorhinein versuchen, eine stationĂ€re Aufnahme von Kindern und Jugendlichen zu verhindern“, erklĂ€rt Chefarzt Privatdozent Dr. med. Alexander Marcus. Mit drei Ambulanzen und einer Tagesklinik ist seine Abteilung fĂŒr die ambulante und teilstationĂ€re Betreuung von jungen Menschen mit seelischen Leiden bestens gewappnet, doch fĂŒr manche Kinder- und Jugendliche fĂŒhrt an einer stationĂ€ren Behandlung im Klinikum kein Weg vorbei; etwa jene, die aufgrund einer diagnostizierten Eigen- oder FremdgefĂ€hrdung akut behandelt werden mĂŒssen, oder solche, die an schweren Essstörungen leiden. „Ein großer Vorteil bei uns im Haus ist, dass wir eine ganz enge Verzahnung zwischen dem somatischen Bereich und dem der Psychiatrie haben.“ Die geballte medizinische Expertise, ĂŒber die das Kinder- und Jugendzentrum verfĂŒgt, bietet eine optimale Voraussetzung fĂŒr die Diagnostik psychosomatischer Erkrankungen.

Nach ihrer Entlassung aus dem Klinikum Mutterhaus profitieren viele Kinder und Jugendliche und auch deren Angehörige von einem engmaschigen Netz an Betreuungsangeboten. Beispielhaft steht hierfĂŒr die „Villa Kunterbunt“, das Nachsorgezentrum fĂŒr krebs-, chronisch- und schwerstkranke Kinder und deren Familien in der Region Trier. „Diese Einrichtung, die jetzt 15 Jahre existiert, wird von der Bevölkerung nach wie vor so gut angenommen, dass mehr als 90 Prozent der Ausgaben durch Spenden gedeckt werden“, berichtet Dr. med. Wolfgang Thomas. „Bei uns werden die Kinder und deren Familien optimal betreut, beispielsweise auch durch spezielle ErnĂ€hrungsberatungen“, ergĂ€nzt Dr. med. Christa Löhr-Nilles. „Familien in Krisensituationen erfahren psychologische und sozialrechtliche UnterstĂŒtzung und Beratung.“

Dass das Mutterhaus auch fĂŒr seine jungen Patienten ausgezeichnete Arbeit leistet, wird dem Klinikum auch regelmĂ€ĂŸig durch die Gesellschaft der KinderkrankenhĂ€user und Kinderabteilungen in Deutschland („GKinD“) attestiert. Demnach werde man den hohen Anforderungen der QualitĂ€tssicherung in der stationĂ€ren Versorgung von Kindern und Jugendlichen vollauf gerecht, so das Ergebnis des regelmĂ€ĂŸigen Zertifizierungsprozesses. Und auch die Patienten selbst sind gefragt: Alle Kinder und Jugendliche oder deren Eltern dĂŒrfen in einem Fragebogen mitteilen, ob sie mit der pflegerischen und medizinischen Betreuung im Klinikum Mutterhaus zufrieden waren oder wo sie Optimierungsbedarf sehen. Patientenzufriedenheit ist keine Frage des Alters, auch Patienten in jungen Jahren sollen sich von Anfang bis Ende ihres Aufenthalts gut aufgehoben fĂŒhlen.