Gesundheitswochen

Expertentipp zum Thema LebensqualitĂ€t mit Krebs – Umgang mit Betroffenen

23.12.2014

Wenn ein Mensch mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird, bricht meistens erstmal eine ganze Welt zusammen. Wie gehen Sie in der Pflege damit um?

Wir sind von Anbeginn der Diagnose und wĂ€hrend der anschließenden Therapie in der Onkologie an der Seite der Patienten. Dabei ist es uns wichtig, deren Ängste wahrzunehmen und auf diese einzugehen. Sehr wichtig ist es uns auch, die Angehörigen mit einzubeziehen. Wir Pflegerinnen und Pfleger unterstĂŒtzen die Patienten psychosozial in der Verarbeitung der Erkrankung. Zu dieser ganzheitlichen Sichtweise in unserem Klinikum Mutterhaus gehört selbstverstĂ€ndlich auch die seelsorgerliche Begleitung, die jederzeit zur VerfĂŒgung steht.

Welche Rolle spielt die Pflege in der Therapie einer Krebserkrankung?
Wir sind in alle medizinischen Prozesse im Klinikum eingebunden. Wir Fachpfleger ĂŒberwachen die onkologischen Patienten wĂ€hrend den Therapien und ĂŒbernehmen die spezielle Pflege. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, die Nebenwirkungen der Therapien zu beobachten und zu managen. Wir sind darauf spezialisiert, den Patienten mit all seinen Symptomen wĂ€hrend seines Aufenthaltes bei uns zu begleiten. In onkologischen Pflegevisiten werden die Beschwerden mit den Patienten gemeinsam besprochen und innerhalb unseres interdisziplinĂ€ren Teams suchen wir nach individuellen Lösungen. Wir informieren und beraten unsere Patienten und Angehörige ĂŒber vorbeugende Maßnahmen und geben pflegerische Hilfestellungen bei Problemen. Wir sind das Bindeglied zwischen dem Patient und den anderen Berufsgruppen und stellen bei Bedarf VerknĂŒpfungen her – zum Beispiel den Termin mit der ErnĂ€hrungsberatung oder der PflegeĂŒberleitung.

Was ist fĂŒr einen Patienten gut und wichtig, wenn er seine Krebserkrankung bewĂ€ltigen will?
Es ist sehr wichtig, dass der Patient seinem betreuenden Team körperliche und seelische BeeintrĂ€chtigungen anvertraut. Nur wenn wir eine Vertrauensbasis haben und Probleme benannt werden, können wir die Situation verbessern. In enger Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und Experten – bis hin zur Krebsgesellschaft und dem Hospiz, stellen wir sicher, dass der Patient rundum versorgt ist.

Was können die Angehörigen, was kann die Familie tun?
Die Familie, die Angehörigen, aber auch Freunde sind der wichtigste Halt. Wir sind dankbar fĂŒr die Zusammenarbeit mit den Angehörigen. Die Patienten mĂŒssen sich nicht scheuen, uns bei Problemen anzusprechen. Es ist eine schwierige und belastende Situation fĂŒr alle Beteiligten, auch bei den Familien tauchen Ängste auf. Wir raten deshalb zur Offenheit und unterstĂŒtzen alle Beteiligten darin.

Was sind beachtenswerte Tipps, wenn der Patient nach Hause entlassen wird?
Wichtig ist, dass Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt den Kontakt zum behandelnden Hausarzt suchen, der sie weiter ambulant betreut. Gemeinsam muss ĂŒberlegt werden, welche Fragen es vor der Entlassung aus dem Krankenhaus gibt. Wir möchten, dass die Patienten sich auch zuhause genauso sicher fĂŒhlen können wie bei uns.