Gesundheitswochen

In den weitaus meisten FÀllen lÀsst sich der Brustkrebs heilen

22.12.2014

Der Brustkrebs ist die hĂ€ufigste Krebserkrankung der Frau, jĂ€hrlich werden hierzulande rund 60 bis 70.000 Neuerkrankungen verzeichnet. „Jede achte Frau muss damit rechnen, mit diesem Krebs konfrontiert zu werden“, beziffert Dr. med. Wolfgang GĂŒnther.

Doch der Chefarzt der GynĂ€kologie und Geburtshilfe sowie Medizinische Leiter des Brustzentrums am Klinikum Mutterhaus sagt auch: „75 bis 80 Prozent der FĂ€lle sind heilbar“. Somit besteht fĂŒr den weitaus grĂ¶ĂŸten Teil der Patientinnen Hoffnung.

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Erkrankung begĂŒnstigen können. So liegt bei rund 5 Prozent der Frauen, bei denen ein Tumor festgestellt wurde, eine genetische Mutation der DNA vor. Es sind dies die FĂ€lle, die in den Medien immer wieder fĂŒr Schlagzeilen sorgen, weil sie prominente Betroffene dazu veranlassten, sich die Brust prophylaktisch entfernen zu lassen. Eine Untersuchung der DNA ist aber nur dann angezeigt, wenn eine massive HĂ€ufung von Erkrankungen in der Familie auftrat, also fast alle weiblichen Verwandten an Brustkrebs erkrankten, so Dr. med. Wolfgang GĂŒnther. Dass in einer Familie mehrere Frauen erkranken, ist indes so selten nicht. Hier genĂŒgt aber eine stetige und intensive Vorsorge mit dem Ziel der FrĂŒherkennung.

Dr. med. Wolfgang GĂŒnther unterstreicht, dass die eigene Lebensweise einiges dazu beitragen kann, das Erkrankungsrisiko zu senken: Die Frauen, die etwa ihre Kinder stillen, kein Übergewicht entwickeln und sich drei- bis viermal in der Woche rund 40 Minuten am StĂŒck bewegen, mindern ihre Risikofaktoren. Übrigens nicht nur die fĂŒr Brustkrebs, sondern auch fĂŒr andere Erkrankungen wie Darmkrebs oder Herz-Kreislauferkrankungen. Auch ein möglichst maßvoller Alkoholkonsum senkt das Risiko.

Garantiert verhindern lĂ€sst sich eine Erkrankung jedoch nicht, weshalb es darauf ankommt, den Tumor möglichst frĂŒh zu entdecken. Hierzu dienen unter anderem das regelmĂ€ĂŸige Abtasten der Brust und das fĂŒr Patientinnen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr angebotene zweijĂ€hrliche Mammographie-Screening. „Gerade Vorstufen des Krebses lassen sich meist nur durch Röntgen feststellen“, betont Dr. med. Wolfgang GĂŒnther den Nutzen des Screenings. „Je frĂŒher die Diagnose, desto höher sind die Heilungschancen und die Aussichten, die Brust zu erhalten“, erklĂ€rt er.

Dass die Heilungschancen insgesamt gestiegen sind, ist auf Fortschritte in der Forschung zurĂŒckzufĂŒhren, die sich in besseren TherapieansĂ€tzen widerspiegeln. „Die Behandlung des Brustkrebses ist immer multimodal“, erlĂ€utert Dr. med. Wolfgang GĂŒnther. Soll heißen: Neben einem chirurgischen Eingriff kommen auch medikamentöse Behandlungen sowie oft auch eine Bestrahlung zum Einsatz. Der Mediziner nennt beispielhaft die Antihormonbehandlung: Hierbei werden körpereigene Hormone, welche das Wachstum des Tumors stimulieren, gehemmt. Diese Behandlung wirkt spezifischer als eine Chemotherapie und ist fĂŒr die Patientin wesentlich schonender. Die Therapie wird fĂŒr jede Patientin individuell geplant und ist ganz wesentlich vom Stadium der Erkrankung und der Art, bzw. AggressivitĂ€t des Tumors abhĂ€ngig.

Bedeutende Fortschritte wurden auch bei der chirurgischen Behandlung des Brustkrebses erzielt. „Wir können heute viel schonender operieren und haben so die Möglichkeit, selbst bei großen Tumoren die Brust zu erhalten“, berichtet Dr. med. Wolfgang GĂŒnther. Falls die Brust entfernt werden muss, werden plastische Wiederherstellungsverfahren unter Verwendung von Prothesen oder Eigengewebe angeboten. Eine weitere Verbesserung fĂŒr die Patientinnen: War es frĂŒher ĂŒblich, zwischen 10 und 20 Achsellymphknoten zu entfernen, um Metastasen zu verhindern, genĂŒgt nun eine Entfernung einiger weniger.

Rund 300 neu an Brustkrebs erkrankte Patientinnen werden jĂ€hrlich im Klinikum Mutterhaus behandelt. Damit zĂ€hlt die Abteilung zu den grĂ¶ĂŸten in Rheinland-Pfalz. DafĂŒr, dass die betroffenen Frauen im Mutterhaus bestens aufgehoben sind, bĂŒrgt das bereits seit 10 Jahren zertifizierte Brustzentrum, in dem unterschiedlichste Fachrichtungen und Erfahrungen gebĂŒndelt werden. „Wir haben alle Disziplinen an Bord, also z.B. auch Radiologen und HĂ€matoonkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen, Psychoonkologen und Sozialarbeiter. Gemeinsam entscheiden wir, was die individuell beste Therapie fĂŒr die Patientin ist“, erlĂ€utert der Leiter des Brustzentrums. Eine tĂ€gliche Brustsprechstunde sowie die wöchentliche Tumorkonferenz garantieren, dass Betroffene im Mutterhaus optimal behandelt werden.